Vor ihren Augen sahen sie Gott (Leinen)

Roman, edition fünf 7
ISBN/EAN: 9783942374125
Sprache: Deutsch
Umfang: 267 S.
Format (T/L/B): 2.5 x 19.7 x 13.5 cm
Einband: Leinen
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Florida 1928. In einer einzigen Nacht erzählt Janie ihrer besten Freundin Pheoby, wie sie aufbrach, ein anderes Leben zu führen, wie sie den viel jüngeren Tea Cake traf, endlich das Glück fand und was geschah, als der große Hurrikan kam. In Janies Geschichte geht es um nicht weniger als um das, was Menschen, ob Frau oder Mann, schwarz oder weiß, im Innersten ausmacht. Von ihrer Reise kehrt Janie als ein neuer Mensch zurück - und mit ihr alle, die ihre Geschichte hören. Zu Recht gilt der Roman als eine der schönsten, traurigsten und herzergreifendsten Liebesgeschichten, die je geschrieben wurden.
Zora Neale Hurston (1891-1960) wuchs in Eatonville, Florida, einer rein schwarzen Gemeinde, auf. Erst als Erwachsene wurde ihr die soziale Bedeutung ihrer Hautfarbe bewusst. Im New York der 1920er gehörte sie zur Harlem Renaissance und veröffentlichte erste Texte. Als Anthropologin reiste sie viel, so auch nach Haiti, wo sie in nur sieben Wochen "Vor ihren Augen sahen sie Gott" schrieb. Sie starb von der Öffentlichkeit vergessen und in Armut. Heute wird sie in der englischsprachigen Welt gefeiert und verehrt. Hierzulande ist sie (noch) eine Entdeckung.
Schiffe in der Ferne haben jedermanns Wunsch an Bord. Für manche treffen sie mit der Flut ein. Für andere fahren sie immer am Horizont dahin, nie außer Sicht, nie ein in den Hafen, bis der Ausschauer resigniert die Augen abwendet, da ihm an der kalten Schulter der Zeit die Träume gestorben sind. So ist das Männerleben. Frauen hingegen vergessen alles, was sie nicht behalten wollen, und behalten alles, was sie nicht vergessen wollen. Der Traum ist die Wahrheit. Dann gehen sie hin und handeln danach. Am Anfang hier war nun eine Frau, und heimgekehrt war sie vom Begraben der Toten. Nicht dahingesiecht und entschlafen waren diese Toten, Freunde zu Häupten und zu den Füßen. Sie war heimgekehrt von den aufgedunsenen Wasserleichen, überrumpelt vom Tod, die richtenden Augen weit aufgerissen. Die Leute sahen sie alle kommen, denn es war Abend. Die Sonne war schon fortgegangen, doch sie hatte ihre Fußspur am Himmel hinterlassen. Es war die Zeit, wo man am Straßenrand auf der Veranda sitzt. Es war die Zeit, wo man zuhört und sich erzählt. Die da saßen waren den lieben langen Tag zungenlose, ohrenlose, augenlose Nutzgegenstände gewesen. Mulis und anderes Viehzeug hatten in ihren Bälgen gesteckt. Jetzt aber war die Sonne fort und der bossman mit, und die Bälge fühlten sich stark und als Menschen. Wie sie die Frau so daherkommen sahen, stieß ihnen der ganze Neid wieder auf, den sie von ehedem angesammelt hatten. 'Was denkt die sich, hier in so Latzhosen anzukommen? Hat die kein Kleid, was sie anziehen kann? - Wo ist das blaue Seidenkleid hin, wo sie hier mit weg ist? - Und wo ist das ganze Geld von ihrem Mann hin, was sie geerbt hat, wo er gestorben ist? - Was denkt die sich, mit vierzig noch die Zotteln so lang wie 'n junges Mädchen? - Wo hat sie den jungen Spund gelassen, mit dem sie hier abgezogen ist? - Wollte sie den nicht heiraten? - Wo hat der sie gelassen? - Was hat er mit ihrem ganzen Geld gemacht? - Wetten, der ist mit 'nem blutjungen Ding ab, dem noch nicht mal Haare wachsen. Was bleibt sie auch nicht in ihrer Klasse? - '