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Raoul Tranchirers Bemerkungen über die Stille

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783895613197
Sprache: Deutsch
Umfang: 160 S., Umschlagcollage von Ror WolfMit zahlreiche
Format (T/L/B): 1.7 x 21.2 x 13.5 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

RAOUL TRANCHIRERS BEMERKUNGEN ÜBER DIE STILLE sind der Schlußstein der umfassenden ENZYKLOPÄDIE FÜR UNERSCHROCKENE LESER, ein Lexikon aus purer Literatur, das dem Leser den Kopf zurechtsetzt, und das kam so: Im Juli '53 erscheint Tranchirer mit einer Reisetasche auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs und sagt, auf den Fußboden deutend: 'Der Fußboden ist die Unterlage unserer täglichen Existenz, auf ihm ruht und bewegt sich das ganze Tagesleben.' Dieser Satz war der Beginn einer radikalen Beschäftigung mit den Geheimnissen der Welt. 1983 erschien sein VIELSEITIGER GROSSER RATSCHLÄGER, ein inzwischen in vielen Ausgaben auf sämtlichen Kontinenten verbreitetes Werk. Bis ins Jahr 2001 arbeitete er ohne sichtbare Ermüdungserscheinungen an seiner vierbändigen ENZYKLOPÄDIE FÜR UNERSCHROCKENE LESER, dieser einzigartigen Besichtigung der Wirklichkeit, der Weichheit und Bleichheit, der Geschwindigkeit und Geschmacklosigkeit, Gemütlichkeit und Gefräßigkeit, der Trockenheit, der Feuchtigkeit, der Gelassenheit und Verlassenheit, der Gewöhnlichkeit, der Empfindlichkeit, der Grausamkeit, Einsamkeit, Schamlosigkeit und Bequemlichkeit, vor allem aber der Selbstverständlichkeit aller dieser Erscheinungen. Enzyklopädien sind, wie wir wissen, ihrem Wesen nach unabschließbar. Für Tranchirers Enzyklopädie gilt das nicht. Zweifellos wird er die Welt weiterhin beobachten, aber er wird sich nicht mehr zu ihr äußern. Nach seinen Bemerkungen über die Stille schweigt Raoul Tranchirer. Die ENZYKLOPÄDIE FÜR UNERSCHROCKENE LESER ist abgeschlossen. Ror Wolfs neues Prosabuch ist eine Erstausgabe: Sämtliche Texte und die zahlreichen, teils farbigen Collagen sind bislang unveröffentlicht.

Autorenportrait

Ror Wolf, geboren 1932 in Saalfeld/Thüringen, gestorben 2020 in Mainz. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (1988), dem Bremer Literaturpreis (1992), dem Heimito von Doderer-Preis (1996), dem Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz (1997), dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2003), dem Preis Hörbuch des Jahres 2006, dem Preis Hörspiel des Jahres 2007, dem Friedrich-Hölderlin-Preis (2008), dem Günter-Eich-Preis (2015), Schiller-Gedächtnispreis (2016) und der Rainer-Malkowski-Preis (2018).